zur bundesweiten Aktion der Erzählcafes

 

Am vergangenen Sonntag trafen sich nachmittags im Mütterzentrum ca.70 Frauen und Männer, um sich über den Start des Lebens auszutauschen, initiiert und unterstützt durch die bundesweite Aktion der Erzählcafes. Nach einer Ansprache und einem Märchen, ermöglichte eine sehr gute Stimmung den generations- und kulturübergreifenden Austausch.

 Autorin: Petra Köhler

 

Fotos von Alicia Grüschow

 

Arezou Alipour (Hebamme und Vorsitzende Hebammenzentrale), Manuela Kastens, Beate Krüger( Jutta Stuckenborg, (Hebamme und Delegierte Hebammenverband Niedersachsen Region Osnabrück),
Silvia van Geel (Motherhood)
von links hinten: Janina Muhl , Anna Bruhn (Hebamme), Nina Rogava , Hebamme und Delegierte Hebammenverband Niedersachsen Region Odsnabrück, )Sonja Rega (Hebamme), Sonja Specht(Hebamme), Petra Köhler (Hebamme, Vorsitzende Hebammenzentrale und Delegierte Hebammenverband Niedersachsen Region Osnabrück)
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Frauen aus jedem Jahrzehnt seit den 1950er Jahren hatten sich bereit erklärt, über ihre Erfahrungen zu berichten und darüber mit anderen Frauen ins Gespräch zu kommen. Aus einer Familie waren vier Generationen erschienen: ein etwa sechs Monate altes Mädchen mit ihrem Vater, ihrer Mutter, der Großmutter und der Urgroßmutter. So berichteten die ältesten Teilnehmerinnen über Geburten aus den 50er Jahren. Ein Fazit der Teilnehmerinnen dieser Generation war, dass sie sich fremd bestimmt gefühlt haben und wenig Unterstützung von außen bekamen. Nachfolgenden Generationen wünschten sie Selbstbestimmung und Unterstützung zum Gebären aber auch zum Stillen und in der Neugeborenenversorgung. Dies bestätigte eine Teilnehmerin, die zwei Kinder geboren hatte und selbst in den 70er Jahren zur Welt kam. Ihre Mutter hatte sie nicht stillen können, so dass ihr die Erfahrung und Unterstützung in der Familie fehlte. Sie sagte, sie sei auf Hebammenunterstützung angewiesen gewesen und froh, dass sie sie erhalten hat. Aus den 80er Jahren hatte eine Mutter Fotos von ihren Kindern mitgebracht. Auch sie betonte, wie wichtig ihr die menschliche Betreuung gewesen sei, da sie es bei ihren Kindern in unterschiedlichen Krankenhäusern unterschiedlich erlebt hatte. Erstaunen herrschte im Gespräch mit verschiedenen Generationen über die frühe Entlassung in der heutigen Zeit. Betont wurde erneut, dass die Mütter dann erst recht Unterstützung durch die Hebamme in der Wochenbettbetreuung brauchen. An dem Tisch aus dem 2000er Jahrzehnt berichtete eine Mutter über zwei Hausgeburten, zu denen sie von zwei Hebammen in der Geburtsphase betreut wurde, die sie beide vorher kannte. Dies empfand die Mutter als gute Versorgung, das wurde am Tisch von den anderen Müttern bestätigt. In dieser Gesprächsrunde berichtete eine andere Mutter, wie wichtig es war, auf das eigene Gefühl sich zu verlassen und darauf zu vertrauen. Eine schwangere Frau war mit ihrem Partner gekommen, um aus den Erfahrungen der Mütter eigene Wünsche zu entwickeln. An den Tischen, die nach Jahrzehnten zugeordnet waren, moderierten Hebammen der Region Osnabrück.

 

Andere Themen waren die Unterschiede zwischen Haus- und Klinikgeburt, die Ein-zu-Eins- Betreuung, die natürliche Geburt, Selbstbestimmung, Erfahrungswissen durch das Teilen von Geburtserfahrungen zwischen Großmüttern, Müttern und Töchtern einer Familie, Geburten und Hebammenunterstützung in anderen Ländern.

 

 Die Zeit verflog und am Ende des Nachmittags waren sich Teilnehmer, Teilnehmerinnen und Organisatorinnen einig, dass dieser Austausch erneut im nächsten Jahr stattfinden sollte. Dies bestätigten Malu Piepenbrink vom Mütterzentrum und Frau Weber-Kahn, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück seit dem 1.5.2015. Auf eine gute Zusammenarbeit freuen sich die Hebammen des Deutschen Hebammenverbandes e.V. der Region Osnabrück und der Hebammenzentrale Osnabrück e.V..

 

 

 

Organisatoren: Deutscher Hebammenverband e.V. Region Osnabrück, Hebammenzentrale- Osnabrück e.V., Elterninitiative Mother Hood, Gleichstellungsbüro, Mütterzentrum, Familienbündnis.

Vielen Dank der Fotografin Alicia Grüschow und der Märchenerzählerin Sabine Meyer.

Autorin: Petra Köhler Hebammenzentrale Osnabrück