zur bundesweiten Aktion der Erzählcafés

Autorin: Petra Köhler

 

Am vergangenen Sonntag trafen sich nachmittags im Mütterzentrum ca. 30 Frauen und Männer, um sich über den Start des Lebens auszutauschen, initiiert und unterstützt durch die bundesweite Aktion der Erzählcafés. Den Termin nahm die Hebammenzentrale-Osnabrück e.V. zum Anlass, ihr 15-jähriges Bestehen zu feiern. Die Teilnehmerinnen wurden von Petra Köhler, der ersten Vorsitzenden der Hebammenzentrale, Silvia van Geel von der Elterninitiative Mother Hood e. V. und Frau Weber-Khan, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück, begrüßt. Es gab einen musikalischen Auftakt mit zwei Stücken, gespielt von Simon Köhler auf der Oboe.

Eine sehr gute Stimmung ermöglichte den generations- und kulturübergreifenden Austausch. Frauen aus jedem Jahrzehnt seit den 1960er Jahren hatten sich bereit erklärt, über ihre Erfahrungen zu berichten und darüber mit anderen Müttern und Vätern ins Gespräch zu kommen. So berichtete die älteste Teilnehmerin über ihre Geburten aus den 60er Jahren. Es waren mehrere Väter dabei, die an den Gesprächen teilnahmen sowie auch mehrere Kinder im Alter von zwei Monaten bis zwei Jahren.

 

Neben den individuellen Geschichten der Familien waren andere Gesprächsthemen die Unterschiede zwischen Haus- und Klinikgeburt, die Ein-zu-Eins- Betreuung, die natürliche Geburt, Selbstbestimmung, Erfahrungswissen durch das Teilen von Geburtserfahrungen zwischen Großmüttern, Müttern und Töchtern einer Familie, sowie Geburten und Hebammenunterstützung in anderen Ländern.

Deutlich wurde in den Gesprächen die unersetzliche Relevanz der Begleitung durch eine Hebamme in der Zeit von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Eine Frau, die im Krankenhaus entbunden hatte sagte, sie sei auf Hebammenunterstützung angewiesen gewesen. Sie sei froh, dass sie diese Unterstützung bereits in der Schwangerschaft erhalten hatte. An dem Tisch aus dem 2000er Jahrzehnt berichtete eine Mutter über zwei Hausgeburten, zu denen sie von zwei Hebammen in der Geburtsphase betreut wurde, die sie beide vorher kannte. Dies empfand die Mutter als gute Versorgung und diese Einschätzung wurde von den anderen Müttern am Tisch bestätigt. In derselben Gesprächsrunde berichtete eine andere Mutter wie wichtig es war, sich auf das eigene Gefühl zu verlassen und darauf zu vertrauen. Die anwesenden Frauen, die zwischen einem und sechs Kindern geboren hatten, wünschten sich Selbstbestimmung und Unterstützung zum Gebären aber auch zum Stillen und in der Neugeborenenversorgung.

An den Tischen moderierten Hebammen der Region Osnabrück. Das Mütterzentrum sorgte mit einer schön gestalteten Spielecke für die Kinderbetreuung, finanziert vom Familienbündnis, und bot leckeren selbst gebackenen Kuchen und Kaffee an.

Die Zeit verflog und am Ende des Nachmittags waren sich Teilnehmer, Teilnehmerinnen und Organisatorinnen einig, dass dieser Austausch erneut stattfinden sollte. Der Hebammenzentrale und den ehrenamtlich arbeitenden Hebammen wurde gedankt für ihr Engagement.

Die Hebammenzentrale hat die Zielsetzung einer kostenlosen Vermittlung von Hebammenversorgung in Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit an Frauen. Sie ist ebenfalls ein Anlaufpunkt für Hebammen, um berufspolitische Aktionen zu planen und sich außerdem mit anderen Berufsgruppen zu vernetzen. Die Hebammen als Mitglieder freuen sich über 15 Jahre Netzwerkarbeit und danken herzlich allen, die diese Arbeit unterstützen!

Auf eine gute Zusammenarbeit freuen sich die Hebammen des Niedersächsischen Hebammenverbandes e.V. der Region Osnabrück und der Hebammenzentrale Osnabrück e.V..

Organisatoren: Niedersächsischer Hebammenverband e.V. Region Osnabrück, Hebammenzentrale- Osnabrück e.V., Elterninitiative Mother Hood e.V., Gleichstellungsbüro, Mütterzentrum, Familienbündnis